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Honda Elsinore 125, Bj. 1979 im „Klassik-Check“


Honda Elsinore 125 " Red Rocket"

Honda Elsinore 125 “ Red Rocket“

Die Honda CR 125 „Elsinore“ als GS aus dem Jahr 1979 haben wir bereits mit Start unseres Internetmagazins im Januar vorgestellt. Dazu auch ein sehr edles 125er Kit Bike der hauseigenen Honda Tuningfabrik  MUGEN,  im März 2014. Beide Artikel sind  auf unserer Internetseite unter der Rubrik „Motorräder – HONDA“ zu finden.  

Da es zuletzt  in der Klassikszene etwas Aufregung um dieses Motorrad gab, wollen wir mit einem kleinen Fakten-Check versuchen, das Geheimnis der sehr seltenen Honda Elsinore zu lüften. Bei dem hierzulande  im Klassik Geländesport eingesetzten Bike handelt es sich um eine  1979er Cross Replika (CR) mit einer Einzelzulassung für den Geländesport. Der Rahmen entspricht jedoch bereits dem Modell 1980. 1979 wurde so ein Motorrad in der bundesdeutschen Geländesportszene  z. B. von Reemy Janssen an den Start gebracht. Auch damals war Honda im Geländesport keine Massenware, sondern es gab nur individuelle Einzelstücke. Im Moto Cross Sport in den USA war das Bike hingegen eine richtig große Hausnummer.  Marty Smith beherschte damit die US-Cross-Serie bereits ab Mitte der 70er Jahre. Wegen der roten Lackierungen wurden die Hondas auch gerne als Red Rocket bezeichnet.

DG Team Racer 1976

DG Team Racer 1976

Neben dem Honda-Veredler MUGEN gab es noch einen Tuner namens „DG Performance Specialties„, eine kleine Manufaktur in Südkalifornien. Harry Klemm entwickelte dort Spezialteile für verschiedene Crosser. In der 1976er USA Cross Serie setzte DG eine 125er Honda als „DG Team Racer“ ein. An diesem Bike verwendete man einen abenteuerlich aussehenden Zylinderkopf. Dieser war ab 1977 bei DG auch käuflich erhältlich. Weiterhin verwendete DG anstatt der hondaüblichen Showagabel eine Marzocchi mit Magnesium-Tauchrohren. DG Racer waren bereits damals sauschnell und sauteuer.

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Die hier gezeigte 1979er Honda Elsionore wurde zunächst als Serienmotorrad aufgebaut und dann genau wie in den USA ab 1976 möglich, auf eine stabilere  herkömmliche  Marzocchi-Gabel mit gefrästen Gabelkbrücken und den vorstehend beschriebenen DG Zylinderkopf im futuristischem Design umgerüstet. Dazu wurde noch eine handgefertigte Auspuffanlage angebaut. Der Jahresunterschied aus Baujahr und Modell ergibt sich aus der Tatsache, dass Honda, wie auch ander Hersteller,  die 80er Modelle bereits im Herbst 79 auslieferte.

Nach unserer Ansicht ist an dem Motorrad nichts dran, was nicht „zeitgenössisch“ ist und es deshalb zu einem „Youngtimer“  machen würde. Die gezeigten historischen Fotos aus  dem US-Moto Cross des Jahres 1976 dürften unsere Auffassung bestätigen. Sollten wir mit dieser Beurteilung falsch liegen, wären wir für jede andere Information sehr dankbar.

 

 

 

5 Kommentare

  1. na ja, gefräste Gabelbrücken oder ein spezieller Zylinderkopf werden noch keinen meßbaren Vorteil bringen, aber über die extrem langen Federwege und die Bananenschwinge wird kein Wort verloren!
    Die Zweifel bleiben!

    • enduro-klassik
      enduro-klassik

      Die vorhandenen Federbeine wurden serienmäßig von Honda verbaut. Die Bananenschwinge war ab 1978 bereits bei Maico Standard – warum sollte diese Schwingenform nicht verwendet werden dürfen? Andere Klassikfahrer verwenden moderne Reiger- oder YSS-Dämpfer, die doch auch nicht beanstandet werden. Man sollte deshalb nicht um des Kaisers Bad streiten, oder?

  2. ich meinte nicht das Fabrikat der Stoßdämpfer, sondern die Federwege – da habe ich so meine Zweifel, ob die für 1979 zeitgerecht sind….

    • enduro-klassik
      enduro-klassik

      Hallo Hild 6154,

      da sie noch immer Zweifel an der Authentizität der Honda CR 125 Elsinore aus 1979 haben, hier nochmals eine hoffentlich abschließende Ergänzung von uns. Die GS-Version aus 1979 von Remy Janssen wurde von der Zeitschrift „PS“ im Heft 1 aus 1980 einem Test unterzogen. Der Bericht stammt von Arnulf Teuchert! Gerade die überlangen Federwege des aus dem Moto Cross abgeleiteten Fahrwerks wurde als möglicher Nachteil im Geländesport beim Anbremsen in engen Spitzkehren durch das tiefe Eintauchen der Vorderradgabel angesprochen. Die Federwege wurden vorne mit 300 mm und hinten mit 310 mm in den technischen Daten bezeichnet. Das was von ihnen als Vorteil betrachtet wird, wird unter Fachleuten somit durchaus auch nachteilig bewertet! Aus urheberrechtlichen Gründen können wir im Augenblick ohne Zustimmung des Autors den Artikel leider nicht veröffentlichen. Auf ausdrücklichen Wunsch senden wir ihnen aber gerne einen Abdruck zu. Weiteres Bildmaterial zu dem Motorrad gibt es im Internet auch über die US-Tuningfirma „DG“ oder das Buch „Honda Motorcycle identification guide“.
      Mit unserer Recherche möchten wir das Ziel erreichen, einen fairen Sportsmann von einem unschönen Verdacht zu befreien. Wir danken allen aus der Enduro-Klassikszene, die dafür Infos und Unterlagen beigesteuert haben.

      Das enduro-klassik.de Team.

  3. Christian Fischer

    Die hier gezeigte CR125 ist absolut zeitgenössisch. Es handelt sich um eine CR125RA , eine Model 1980. Die schwinge ist Serie gewesen, Die Federbeine auch. Hier auf dem Bild ist sogar die Serienmässige Gabel verbaut. Federwege waren vorne wie hinten 270mm.
    Soweit man das von aussen sehen kann sind bis auf den DG-Kopf (der übrigens von dem 79er Model ist) und der Auspuff alles Serie. Als Motocross-Model war die CR125RA auch gängig. Als Enduro ganz ganz selten.

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