OMK Juniorenpokal Moto Cross 1967

Der Moto Cross Sport in Deutschland war in den 1960er Jahren ein wahrer Zuschauermagnet. Gutes käufliches Maschinenmaterial verschiedenster Hersteller animierte zahlreiche ambitionierte Fahrer zu diesem Sport. Von Nachwuchsmangel konnte absolut keine Rede sein. Der OMK Juniorenpokal galt dabei als die Bühne für die Nachwuchsfahrer (Ausweisfahrer) um sich künftig für die Lizenzfahrerklasse zu qualifizieren oder auch um sich für den Werkssport von Herstellern wie Zündapp, Hercules, Puch, Maico oder gar BMW ins Gespräch zu bringen und zu empfehlen.

Im Jahr 1967 wurde der Moto Cross OMK Juniorenpokal in 7 Läufen ausgetragen. Ein Streichergebnis gab es nicht. Wer also um den Titel mitmischen wollte, musste möglichst alle Läufe in der gesamten Bundesrepublik fahren und damit richtig weite Reisestrapatzen auf sich nehmen. Nach Schiffweiler, Opherdicke und Buxtehude kam der Jupo Tross zum 4. Lauf in das hessische Rodheim Bieber bei Gießen. In der 250er Klasse führte Erich Baier vor Fritz Happel und bei den 500ern lag Dieter Mancini deutlich vor den punktgleichen Konkurrenten Distler, Holländer und Martens. Die 1,5 Kilometer lange Piste mit zahlreichen Auf- und Abfahrten sowie Wald und Wiesenanteilen war ziemlich hart. Für jede Klasse standen zwei Läufe a 12 Runden auf dem Programm, für die sich jeweils 21 Fahrer von jeweils über 40 gemeldeten Teilnehmern pro Klasse qualifizieren mussten.

In der 250er Klasse siegte im Gesamtergebnis nach beiden Läufen „Tabellenführer“ Erich Baier, Maico souverän vor Theo Ferber, Jawa und Werner Schütz, ebenfalls Maico. Auf Platz 7 kam Alfred Krischer aus Düren auf Jawa, der Mann der mit seiner Marke FALK im Offroadsport bereits erste Zeichen setzte und fortan mit weiterentwickelten Kunststoffprodukten FALK zu einem Marktführer machen sollte.

Die Klasse bis 500 ccm gewann Kurt Distler auf Maico vor Hans Holländer mit CZ, und Josef Pscheidt, Maico vor über 4000 Zuschauern.

Nach weiteren Zwischenstops, u.a. in Gaildorf, kam es dann in Weilheim /Oberbayern zum großen Jupo-Finale 1967. Der 1,5 Kilometer lange Rundkurs am Hechenberg mit seinen vielen Auf- und Abfahrten, war mit etwa 3500 Zuschauern sehr gut besucht und bot somit einen würdigen Rahmen für den Saisonabschluss. Auch hier mussten sich die 20 Finalteilnehmer pro Klasse erst einmal in gezeiteten Trainingsläufen qualifizieren und es galt erneut zwei Läufe a 12 Runden zu absolvieren.

In der 250er Klasse stand Erich Baier aus Holzkirchen auf Maico vor dem Endlauf bereits als Meister fest. Er hatte bereits 5 Rennen gewonnen. Dennoch konnte er auch in Weilheim glänzen und zwei Laufsiege einfahren. Den Vizemeistertitel sicherte sich Werner Schütz, ebenfalls auf Maico.

Doch damit nicht genug. Im Rahmenprogramm wurden auch Läufe der 50 ccm Klasse ausgetragen. Auch hier konnte Erich Baier mit einer Zündapp glänzen und beide Läufe siegreich beenden. Der Sportmechaniker aus der Zündapp-Sportabteilung war damit der Held des Tages mit 4 Laufsiegen.

Und noch ein Oberbayer konnte am Ende des Tages in Weilheim glänzen. In der 500er Klasse lieferten sich Kurt Distler (Maico) aus Grünwald und Hans Holländer, Bierenbachtal/Nümbrecht auf CZ im ersten Lauf ein knallhartes Titelrennen. Kopf an Kopf und bei ständig wechselnder Führung jagten sie um den Kurs, bis in der elften von zwölf Runden das Schicksal zuschlug. Die CZ von Hans Holländer erlitt einen Getriebeschaden. Er konnte den Lauf nicht beenden und auch zum zweiten Lauf nicht mehr antreten. Damit war die Meisterschaft zu Gunsten von Kurt Distler entschieden. Der Münchner sicherte sich damit nach dem Titel als bester Geländeausweisfahrer in der Klasse bis 500 ccm (natürlich auch auf Maico) auch den Titel als OMK Moto Cross Juniorenpokalsieger bis 500 ccm.

Für den jungen „Metzgerlehrbub“ aus München waren diese beiden Titelerfolge des Jahres 1967 letztlich das Sprungbrett zum Werksfahrer im Geländesport bei BMW./BL

Last but not least: Deutscher Moto Cross Meister bis 250 ccm wurde 1967 Adolf Weil auf Maico und bis 500 ccm siegte Erwin Schmider auf CZ.

Bilder: Reiner Scharfenberg

In unregelmäßigen Abständen wollen wir künftig versuchen, „Moto Cross History“, Geschichten und Bilder vom historischen Moto Cross Sport in Deutschland, als Serie fortzuführen.

 

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