- Neumarkter Wertungsfahrt – Eine Zweitagefahrt über 232 Kilometer
Wenn am Ende dieses Jahres Klassik-Fahrer zurückschauen und sich die Frage stellen, welches war die beste Geländefahrt, dürften sehr sehr viele Neumarkt in der Steiermark nennen. Denn Berni Walzer hat einmal mehr alles gegeben, um eine ausergewöhnlich schöne und anspruchsvolle Strecke zusammenzustellen. Dazu strahlend blauer Himmel und die wunderschöne Landschaft der Seetaler Alpen on top. Am Vortag des ersten Fahrtages treffe ich auf ihn oberhalb des Hofes, wo er aufgewachsen ist. Auf 1340 Meter Meereshöhe. Nicht umringt von zahlreichen Helfern, sondern ganz allein mit Hammer und Pfosten. „Heuer kommen alle auf ihre Kosten. Dieses mal geht es sogar ganz hoch“ schwärmt er. Denn auf über 1700 Meter Höhe hat die Familie Walzer an der Baumgrenze noch zwei Almhütten. Dorthin hat der sechsfache österreichische Meister einen Trail hoch und einen wieder herunter zur Sonderprüfung kreuz und quer durch das Terrain ausgebändert. Also rund 350 Höhenmeter!!! Gefühlte 3-4 Minuten volle Kraft hinauf, yeah. Und mit brummenden Oberschenkeln wieder steil hinunter, ächz!
Vor 10 Jahren hatten die Enduro Senioren Austria um Alfred Steinwidder die hochkarätige Neumarkter Wertungsfahhrt (EM Lauf 1977-1980) nach einer langen Pause von 27 Jahren wieder belebt. 62 Teilnehmer schoben damals ihre Klassiker und Youngtimer zum Start am malerischen Beachvolleyballplatz in See (Ortsteil von Neumarkt). In diesem Jahr stand eine Zweitagesfahrt mit je zwei Runden à 58 Kilometer Streckenlänge und zwei Sonderprüfungen pro Runde an. Nach rund 120 bei der letzten Ausgabe 2024, flatterten nun 197 Nennungen in den Briefkasten von KTM Walzer in Neumarkt.
179 kamen zum Start an Tag 1, und 146 an Tag 2 ins Ziel. Denn schon die erste Sonderprüfung nach wenigen hundert Metern in der Schottergrube Zechner war anspruchsvoll gesteckt. Auf- und Abfahrten in losem Schotter stellten hohe Anforderungen und den ein oder anderen Fahrer vor eine unüberwindbare Aufgabe. In einem kleinen Waldstück der Prüfung wurden mächtige Fichtenwurzeln von Runde zu Runde tiefer ausgefahren. Selbst Spitzenfahrer und Routiniers wie Johann Kaiser oder Axel Niechoj erlebten hier heftigste Abwürfe. Die Auffahrt zu diesem Waldstück war am zweiten Tag so tief zerfurcht, das sich dort zahlreiche Fahrer festfuhren, die „Fahrrinne“ für Minuten blockierten und einen zweiten Anlauf benötigten. SP 2 dagegen ein wunderschöner Parcours entlang einer schrägen Almwiese und durch „Bernis Wald“ mit zwei langen Abfahrten und zwei langen Auffahrten. Größte Herausforderung dabei für mich: Den Bock in den immer tieferen Wellen auf Kurs zu halten.
Den Gesamtsieg, mit über 30 Sekunden Vorsprung konnte trotz kleinem Sturz der Veranstalter höchstpersönlich einfahren: Berni Walzer stellte seine Extraklasse unter Beweis. Schnellster unter den Klassikfahrern war Stefan Hau, der die 77er Maico sogar vor den Lokalmatadoren Christian und Johann Kaiser platzierte. Herausragend finde ich die Leistung von Manuel Rüger, der die 175er Kramer auf Gesamtplatz 6 fuhr. Und besonders bemerkenswert der Klassensieg in der C 2 mit einer Boxer BMW durch Florian Eisele.
Wenn mich am Ende des Jahres jemand fragt: „Wenn Du nur eine Veranstaltung dieses Jahr hättest fahren dürfen, welche wäre das gewesen, gäbe es für mich nur eine Antwort……..“
Hier der Link zu den Ergebnissen
Ein Beitrag und Bilder von Sven Markurt
Dazu ein Kommentar des Teilnehmers Dieter Trinkner: „Schön geschrieben, selbst gefahren und noch Bilder gemacht. Danke Sven!“







