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BMW GS „Erlkönig“


BMW GS "Erlkönig"

Die BMW GS „Erlkönig“

Vielen Enduro-Klassik Fans ist auch heute noch der legendäre Auftritt des BMW-Werkes mit einer großen Mannschaft bei den Six Days 1979 in Deutschland (Neunkirchen) in Erinnerung. Damals war dies sicherlich auch eine wichtige verkaufspolitische Maßnahme, da im gleichen Jahr die Markteinführung der BMW GS 100 (MOTORRAD 1/79) vorbereitet wurde. Aufgefrischt wird diese Erinnerung mit dem Erscheinen der italienischen EVUM-Sieger Replica 2012. Hierbei handelt es sich um einen sehr gut gemachten Nachbau der weiß-blauen 1979er Werksmaschine. Wer sich diesen Traum jetzt erfüllen möchte, sollte aber ein paar „Euronen“ übrig haben, denn ganz billig ist dieses Motorrad leider nicht zu haben.

Die Idee zu so einem Nachbau ist allerdings auch nicht ganz neu und auch nicht nur in Italien verwurzelt. Sportfreund D. H. aus Neustadt/Coburg, ein begnadeter Schrauber und profunder Kenner der  BMW-Szene, hat sich bereits wesentlich früher in die Idee verbissen. Um das Projekt zu verwirklichen, scheute er nicht davor zurück, seine sehr gut erhaltene R 60/5 Baujahr 1970 zu opfern.

BMW Erlkönig: Rückseite

BMW Erlkönig: Rückseite

Dem Rahmen wurde als Eigenentwicklung ein neues, Twinshock-geeignetes Heck angepasst. Dies erfolgte mit einer modernen, schräggestellten Dämpfergeometrie. Die Hinterradschwinge wurde fachmännisch um 5 cm  verlängert. Um Platz für den 5,00×17“ großen Metzeler Reifen zu schaffen, war eine Verbreiterung erforderlich. Zusätzlich musste der Kardantunnel verjüngt werden.

Standesgemäß wurde dem Rahmen  noch eine 42er Maico-Gabel samt Vorderrad spendiert.  Auch Tank und Sitzbank wurden von Maico „transplantiert“. Dazu der 1000er Motor mit 50 PS, wie er 1979 in der BMW Serien GS 100 auf den Markt kam. Für die Geländetauglichkeit des Motorrades wurde der Motor höher gesetzt. Verfeinert wurde das Gesamtkunstwerk mit einer handgemachten Auspuffanlage, kurzem Kardan und 17 Zoll Hinterrad. Die Dämpfer mit Zug- und Druckstufenverstellung, sowie die Gabelbrücken stammen von „White Power“. Viele hochglanzpolierte Teile und professionelle Details an vielen Stellen des Motorrades setzten Highlights. So wurde z. B. die Sitzbank mit einem zentralen Schnellverschluss ausgestattet und die Werkzeugtasche in den hinteren Kotflügel integriert.

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Der erste Einsatz de BMW GS „Erlkönigs“!

Der "Erlkönig" in Aktion

Der „Erlkönig“ in Aktion

2005 war es dann so weit: Das sensationelle Ergebnis von etlichen Schrauberstunden wurde von D. bei Klassik-Geländefahrten der Öffentlichkeit präsentiert.

Die BMW-Puristen unter den Lesern dieses Artikels mögen nun durchaus anmerken, dass damals die originale Werksmaschine gar keine „Twinshock“ gewesen ist, sondern bereits ein modernes Zentralfederbein hatte. Richtig! Jedoch war es tatsächlich so, dass den Werksfahrern bei den Six Days die Schraubfedern des Monodämpfers regelrecht um die Ohren geflogen sind, weil vielfach der Befestigungsring nicht gehalten hat. Unsere Schlussfolgerung ist  deshalb relativ einfach: Das Motorrad von D. ist ganz eindeutig eine „verbesserte Version“ der damaligen Werksmaschine, und dazu noch eine genial gelungene.

Erlkönig - Motordetails

Erlkönig – Motordetails

Uns von enduro-klassik.de gefällt dieses Motorrad jedenfalls derart gut, dass wir im Laufe des Jahres an anderer Stelle noch detaillierter und umfangreicher über den genauen Aufbau dieser BMW GS und die vielen versteckten Feinheiten berichten werden. Es gibt an der Maschine nahezu kein Teil, welches vom Erbauer nicht überarbeitet und speziell angepasst wurde.

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