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Mühlen Classic (Teil 2)

Geniale Geländefahrt in Bilderbuch-Kulisse!

„Die Streckenführung der zirka 40 Kilometer langen Geländerunde ist sehr anspruchsvoll und mit vielen Geländeauf und -abfahrten gespickt und teilweise identisch mit den ehemaligen Enduro EM-Läufen Neumarkt 1977,1978,1980,1983 sowie Six Days 1960 und 1976“, so schreiben die Enduro Senioren Austria auf Ihrer Homepage.

„Das ist ähnlich wie in Schimmeldewoog, nur im Quadrat“ orakelt ein Fahrerkollege am Vorabend der Zweitagefahrt in Mühlen. Oh je, grübele ich, war es wirklich eine gute Idee als Couch-Potato zu 200 Kilometern Geländeprüfung in die Steiermark zu reisen?

Doch Ralf Dittrich, der sympathische Maico-Fahrer vom AMC Sulzbach-Rosenberg, heitert mich vor dem Start auf und vertreibt letzte Bedenken: „Mach Dir keinen Kopf. Hier hat man den ganzen Tag ein Grinsen im Gesicht weil es so schön ist.“ Und wie er Recht behalten sollte!  Diese Erkenntnis hat auch Andy Elliot bei seinen bisherigen Teilnahmen gewonnen.

„Jeder der 1800 Kilometer Anreise hierher sind es Wert“, schwärmt der Husqvarna-Classic Händler aus dem Südwesten Englands, der drei Kumpels mit in das wunderschöne weite Tal nahe der Grenze zu Kärnten brachte.

Alfred Steinwidder und das Team der Enduro Senioren Austria gaben sich alle Mühe, den Aktiven einen Festschmaus zu bereiten. Doch Corona machte ihnen zunächst einen Strich durch die Rechnung. Der ursprüngliche Termin Mitte Mai konnte nicht stattfinden. Das Festhalten und Schieben in den September war sehr weise und hat sich letztlich voll ausgezahlt. Bei Kaiserwetter konnten sich 140 Fahrer, davon 50 mit Youngtimern bis 1993 auf die 38 Kilometer lange Runde an der Westflanke des 2396 Meter hohen Zirbitzkogels begeben.  Am ersten Tag drei, am zweiten zwei Runden an. Vor kniffligen Passagen gab es jeweils eine Umleitung. Breite Gemeindewege wechselten im idealen Rhythmus mit knackigen Trail-Passagen im Wald. Anspruchsvoll aber nicht übertrieben hart. Hier waren erfahrene Streckenmacher umsichtig am Werk. Dazu Sonderprüfungen entlang des steilen Wiesenhangs, wo jeder Geländefahrer maximalen Fahrspaß hatte. Auf der Strecke immer wieder herrliche Ausblicke in die Bilderbuch-Alpenlandschaft des Naturpark Zirbitzkogel.

Ein spektakulärer Kampf um Sekunden tobt schließlich im Top Ten-Finale, das nach Beendigung des zweiten Fahrtages anberaumt wurde. Die Fahrer der insgesamt zehn schnellsten SP-Zeiten durften jeder nochmal eine schnelle Runde hinlegen. Drei davon pilotierten einen Klassiker, Roland Ennsman auf der 347er Puch schaffte es damit auf Platz 4. Zum spannenden Spektakel gerieten die 10 schnellen Einzel-Runden durch das kompetente und versierte Sprecherduo, das auf dramatischer Weise das Geschehen kommentierte, so als sei der  Nationalheld Franz Klammer bei einer Abfahrt zur Goldmedaille unterwegs. Der Held des Tages hieß aber nicht Franz sondern Werner. Der vierfache Europameister Werner Müller zog in meisterhafter Weise seine Bahn und knallte eine Bestzeit hin, die beeindruckende 25 Sekunden unter der des Zehntplatzierten lag.

Mein Resümee: Ein Highlight des Jahres erhellt die zweite Corona-Saison

An einem perfekten Altweibersommer-Wochenende strahlten Fahrer, Helfer und Zuschauer mit der Sonne um die Wette. Top Strecke, traumhafte Sonderprüfung, entspannte Atmosphäre, professionelle Durchführung. Was für ein grandioses Fest des Klassik-Geländesports! Bravissimo Enduro Senioren Austria.

So hat Enduro-Klassiker Sven Markurt das Mühlen-Weekend erlebt und für uns sehr eindrucksvoll beschrieben.

 

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