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Husqvarna WR 400 Restauration – „Wie Altmetall wieder schön wird!“


Heute haben wir mal wieder einen Restaurationsbeitrag für unsere Technik-Ecke, denn der letzte Artikel dieser Art liegt ja bereits einige Zeit zurück. Matthias S. hat eine Husqvarna WR 400 komplett neu aufgebaut, und dies auch entsprechend mit Fotos dokumentiert. Viel Spaß beim Schmökern wünscht das Team von enduro-klassik.de!

Der Gesamtzustand der WR 400 war dem Alter und dem üblichen Nutzungsmuster einer Geländemaschine entsprechend schlecht.

Das Bike wurde zunächst komplett zerlegt, um alle Einzelteile beurteilen zu können. Glücklicherweise war der Rahmen noch in einem guten Zustand und hatte keinerlei „Notschweißungen“ zur Lebenserhaltung oder Risse aufzuweisen. Die hintere Felge wies zwei Risse auf, ebenso die Schwinge.

Was den Motor angeht sollten keine Kompromisse gemacht werden, eine Komplettüberholung war ohnehin mit eingeplant, so viel vorab. Nach der Zerlegung zeigten sich die üblichen Verschleißspuren: Kolben sowie Zylinder verlangten nach neu bzw. überholten Teilen, das Motorgehäuse zeigte an einigen Stellen erhebliche Korrosion auf, welche aber reparaturfähig waren. So war eine der hinteren Durchgangsbohrungen, welche die Hülsen für den Schwingenbolzen aufnehmen, durch Korrosion im Durchmesser um 5 Zehntel mm größer. Die Bohrung wurde auf 16mm aufgerieben und eine neue Hülse angefertigt, ebenso wurde mit einer der Durchgangsbohrungen am vorderen Motorgehäuse verfahren.

Alle sechs Passhülsen wurden ausgedrückt und anschließend wieder mit Loctite eingepresst. Das untere Pleuellager der Kurbelwelle war in einem erstaunlich guten Zustand ohne jegliches Spiel oder “Lagerrollen“, sodass eine Überholung nicht erforderlich war. Die Getrieberäder zeigten einige Pittings, welche aber nicht dramatisch waren und ohne Bedenken wieder eingebaut werden konnten. Weiterhin zeigte der Kupplungskorb und die Kupplungsdruckplatte erhebliche Verschleißerscheinungen, die von vorangegangener Fehlmontage des Kupplungspaketes herrührte. Diese Teile wurden durch noch erhältliche originale Neuteile ersetzt, ebenso das gesamte Kupplungspaket. Alle Lager wurden erneuert. Im weiteren Verlauf zeigten sich im Zylinder und Zylinderkopf festgebrannte Kühlmittelreste, welche sich schnipselartig im gesamten Zylinderkopf und Zylinder befanden und leider nicht restlos entfernt werden konnten – ein neuer Zylinder samt Kopf war also auch noch nötig. Dieselben “Brocken“ ließen sich auch in beiden Kühlern lokalisieren – beide Kühler also auch neu.

Kolben, Zylinder und Zylinderkopf waren noch als Originalteile bei HVA Factory in England erhältlich. Des Weiteren war der linke Gehäusedeckel, welcher die Wasserpumpe aufnimmt, in der Vergangenheit wohl mehrfach geflickt worden was einen Austausch erforderlich machte. Ein Nachgußdeckel war ebenfalls bei HVA Factory in England erhältlich. Dieser war zwar nicht perfekt, ließ sich aber durchaus verwenden. Nach dem Einbau eines zweiten zusätzlichen Simmerings in den Lagerflansch des Deckels, welcher die Getriebeseite zur Belüftungsbohrung hin abdichtet war auch kein Ölverlust, der nach dem ersten Probelauf auftrat, feststellbar und ist es bis heute nicht.

Wie eingangs erwähnt war der Rahmen noch in einem recht guten Zustand. Dieser und das Rahmenheck wurden nach dem Sandstrahlen grundiert, gefillert und anschließend lackiert. Die Lenkkopflager waren nicht austauschbedürftig und mussten auch nicht ersetzt werden. Allerdings waren an der Schwinge Risse zu erkennen, welche geschweißt wurden. Im Nachgang wurde aber dann doch eine „Notschweißung“ am Schwingenauge, das die Nadellager aufnimmt, festgestellt. An einer Seite der zu ersetzenden Nadellager fielen diese von allein heraus, das Lagersitz war einfach ausgeschlagen, so das eine neue Schwinge erforderlich war.

Nach langer Suche war sogar noch ein neues Originalteil bei „Husqvarna-Classicparts“ in Schweden erhältlich. Alle Nadellager für die Umlenkung wurden ebenso erneuert. Das Federbein hatte keine Überraschungen zu bieten und wurde entsprechend nur gereinigt und wieder eingebaut. An der Gabel wurden die Simmerringe ersetzt und neues Öl eingefüllt.

An der hinteren Felge wurden zwei Risse festgestellt. Eine blass-golden eloxierte Felge war nicht mehr erhältlich, somit wurde die Entscheidung gefällt beide Felgen zu ersetzen. Verwendet wurden silberne Exel-Felgen, die zwar nicht das originale Erscheinungsbild widerspiegeln, aber trotzdem am Ende recht „schick“ sind. Nach dem Sandstrahlen und Lackieren der Radnaben wurden die Radlager ersetzt, die Räder neu eingespeicht. Bremsbeläge vorn wurden ersetzt und ein neuer Dichtsatz für den Bremssattel eingebaut. ebenso erhielt die Bremse hinten neue Bremsbacken. Die Ankerplatte hinten wurde gereinigt und neu lackiert.

Weiter auf Seite 2!

2 Kommentare

  1. und wie die Husky geht und in echt schaut das Schwedenmädel noch besser aus als auf den Fotos. Matthias hat da eine Superrestauration hingelegt.

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